Elektroschrott: So entsorgen Sie Kühlschränke, Handys, Laptops & Co.?

  • April 19, 2020
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Seit Juli 2016 gelten für Elektromüll in Deutschland neue Richtlinien: Es ist verboten, diesen im normalen Hausmüll zu entsorgen. Sowohl Online-Shops als auch Elektrofachmärkte sind dazu verpflichtet, von ihnen ausgegebenen Elektromüll wieder von ihren Kunden zurückzunehmen. Tatsächlich entsorgen wir Deutschen pro Jahr durchschnittlich 500 kg Müll – das ist eine ganze Menge. Rund 22 kg davon entfallen auf Elektroschrott. Weltweit sind es derzeit bereits knapp 50 Millionen Tonnen an Elektromüll, die in der Mülltonne landen.

Für alles gibt es heutzutage eine gesonderte Mülltonne, sei es für Papier oder Biomüll. Anders sieht es bei Elektromüll aus, denn dieser darf in keine unserer Tonnen. Doch wohin mit den Altgeräten? Wir zeigen, worauf es zu achten gilt, wenn man Handy, Kühlschrank & Co. sicher entsorgen möchte.

 

Defekte Elektronik und mehr loswerden- wie soll man Elektroschrott entsorgen?

Es hat durchaus seinen Grund, warum man im Hausmüll keinen Elektroschrott entsorgen sollte. Denn in ihnen sind viele Schadstoffe enthalten, die nichts im Müll zu suchen haben und auch unsere Umwelt schädigen können. Möchte man zum Beispiel seinen PC entsorgen oder einen defekten Fernseher entsorgen, kann man sich natürlich zum nächsten Recyclinghof begeben. Allerdings bedeutet die mitunter auch viel Aufwand, der sich manchmal vermeiden lässt.

Dennoch: Möchte man sperrige Altgeräte, wie zum Beispiel einen alten Kühlschrank, entsorgen, dann kommt man um den Besuch bei einem Recyclinghof nicht herum. Denn die städtische Müllabfuhr wird derartigen Elektromüll ganz sicher nicht mitnehmen. Eine andere Möglichkeit ist im Rahmen des noch relativ jungen Gesetzes zudem, sich an einen Großhändler zu wenden. Oft sind diese dazu verpflichtet, alte und defekte Geräte ohne anfallende Kosten zu entsorgen, sofern man sich vor Ort ein neues Gerät kauft.

 

Tablet entsorgen: Wie man Kleinelektronik ohne Probleme richtig loswird

Möchte man seinen Laptop entsorgen oder ein defektes Smartphone loswerden, ist dies inzwischen über die Briefkästen der Deutschen Post völlig unproblematisch möglich. Hierfür ist es zum Elektrogeräte entsorgen lediglich nötig, die Kleingeräte in einen größeren Briefumschlag zu packen, der mit einer „Electroreturn-Versandmarke“ versehen ist. Diese lässt sich kostenfrei auf der Webseite der Deutschen Post herunterladen, ausdrucken und aufkleben. Das Maximalgewicht des Umschlags beträgt 1 kg, erlaubt sind pro Umschlag höchstens zwei Geräte.

Am einfachsten entsorgen lassen sich dagegen Batterien. In nahezu jedem Supermarkt und auch in Drogerien gibt es im Eingangsbereich Boxen, in die man die Batterien einfach einwirft. Auch Druckerpatronen zählen zum Elektromüll, diese werden von zahlreichen Elektrofachmärkten angenommen und dort fachgerecht entsorgt. Oft bieten sogar Hersteller eine kostenfreie Rücksendung auf dem Postweg ab und recyceln dann verwertbare Teile des eingesandten Elektromülls.

 

Umweltfreundlicher Tipp: Elektromüll vermeiden statt entsorgen

Ganz egal, ob man seinen Staubsauger entsorgen oder andere defekte Elektrogeräte loswerden will – Müll bleibt Müll. Die umweltfreundlichste Lösung wäre also, wenn erst gar kein Schrott entstehen würde. Deshalb sollte man sich bei jedem neuen Gerät, das man kauft erst einmal fragen, ob man dieses wirklich benötigt oder ein bereits vorhandenes Modell lieber noch weiter nutzen möchte. Natürlich fällt es angesichts der zunehmenden Digitalisierung oft schwer, auf das neueste Smartphone oder einen schicken Laptop zu verzichten. Doch wer nicht zwingend auf etwas Neues angewiesen ist, könnte vielleicht auch mit einem gebrauchten Produkt zufrieden sein. Gebrauchtgeräte zu kaufen tut der Umwelt gut und verlängert die Lebensdauer ausrangierter Geräte, die noch zu schade für die Entsorgung sind. So vermeidet man unnötigen Elektroschrott im Alltag.

 

Elektronische Großgeräte werden häufig nur bei einem Neuerwerb vom Händler zurückgenommen und entsorgt

Eigentlich sind Fachgeschäfte und der Großhandel bereits schon seit mehreren Jahren dazu verpflichtet, Elektroaltgeräte zurückzunehmen – und zwar ohne weitere Kosten für den Kunden. In der Praxis ist dies allerdings oft nur gültig, wenn der Kunde dafür ein neues Gerät mit einem ähnlichen Kaufpreis erwirbt. Zudem gilt die Verpflichtung zur Rücknahme von Elektromüll nur dann, wenn die Verkaufsfläche für elektrische Geräte in dem Laden mehr als 400 m² beträgt. Dieses Gesetz gilt übrigens auch für Shops im Internet: Wenn ihre Versand- und Lagerfläche die genannte Größe aufweist, müssen auch sie Altgeräte zurücknehmen.

Ein Problem ist jedoch, dass klassische Supermärkte von dieser Regelung ausgenommen sind – logischerweise zum Unverständnis vieler Bürger. Denn es sind genau diese Geschäfte, die oft billige Elektronik aus Fernost anbieten, sich aber nicht weiter um deren Entsorgung kümmern.

 

Mögliche Alternative: Elektroschrott verkaufen oder reparieren

In vielen Haushalten landet Elektromüll automatisch in der Schublade, weil alte Geräte häufig trotz eines Neukaufs weiterhin aufgehoben werden – schließlich funktionieren sie noch und man könnte sie ja noch einmal brauchen. Irgendwann ist man dennoch genervt von ihnen und entsorgt sie dann spontan. Schlimmstenfalls im Restmüll. Bei Akkus, die über einen längeren Zeitraum nicht genutzt werden, kommt es dann häufig zu einer Tiefenentladung. Das bedeutet, dass das Gerät durch die Nichtbenutzung defekt und somit auch zu Elektromüll geworden ist. Ratsam ist daher, direkt alles loszuwerden, was man nicht mehr benötigt. Es gibt für fast jedes noch funktionsfähige Elektrogerät einen Käufer – egal ob Smartphone oder Laptop. Im Internet, aber auch auf Flohmärkten wird man die Geräte sicher los. Es gibt auch Händler, die gebrauchte Geräte in Zahlung nehmen und dem Kunden dafür Rabatt auf ein neues Produkt gewähren.

Und selbst dann, wenn etwas nicht mehr korrekt funktioniert, muss es automatisch sofort entsorgt werden. Zahlreiche Defekte könnten leicht behoben werden. Benötigt man das jeweilige Gerät nach der Reparatur trotzdem nicht mehr, lässt es sich immerhin noch gewinnbringend verkaufen. Anlaufstellen, die große und kleine Elektrogeräte reparieren, findet man sowohl über das Internet als auch in den Gelben Seiten der Stadt. Oft gibt es auch spezielle Reparatur-Cafés, in die man sein Handy oder seinen Laptop einfach mitbringt. Während man dann seinen Kaffee trinkt, wird das Gerät repariert.

 

Fazit: Richtig Elektromüll zu entsorgen ist wichtig

Wer Elektromüll entsorgen möchte, sollte dies in jedem Fall korrekt tun. Der erste Schritt ist am besten, sich in der Nähe umzusehen, welcher Händler dazu verpflichtet ist oder freiwillige Geräte zurücknimmt. Alternative sind Wertstoffhöfe natürlich immer eine geeignete Anlaufstelle zum Altgeräte entsorgen. Kleiner Elektromüll lässt sich zudem über die Deutsche Post mit einer entsprechenden Rücksendemarke aus dem Internet entsorgen. Ganz egal, wie man sich entscheidet – in jedem Fall tut man mit einer korrekten Entsorgung der Umwelt einen großen Gefallen!