Messie-Wohnung Ratgeber: Infos & Tipps

  • März 5, 2021
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Immer häufiger hört man Berichte über Menschen, die unter dem Messie-Syndrom leiden. Der Begriff fasst mehrere Probleme der Betroffenen zusammen. Man spricht hier von einer psychischen Störung, bei der Betroffene unfähig sind, ihr Leben im Alltag zu organisieren und ihren Lebensraum wie Wohnung oder Haus ordentlich und sauber zu halten.

Was zeichnet einen Messie aus?

Diese Störung tritt in allen Altersklassen und Bevölkerungsschichten auf und kann jeden von uns betreffen. Menschen mit einem Messie-Syndrom leiden unter der Unfähigkeit den Wert und Nutzen von Gegenständen richtig einzuschätzen und scheinen getrieben von dem Drang, immer mehr Gegenstände im eigenen Zuhause anzuhäufen. Hinzu kommt eine sogenannte Prokrastination – eine Erledigungsblockade bzw. Aufschiebeverhalten. Das bedeutet, dass diese Menschen nicht in der Lage sind Dinge, die notwendig sind zu erledigen. Dementsprechend sehen Wohnung und Häuser solcher Menschen aus. Denen ist das Problem oft selbst gar nicht klar, denn sie leiden in der Regel an einer weiteren psychischen Erkrankung und in manchen Fällen haben sie ein Suchtproblem. Für Angehörige und Vermieter von Immobilien kann das sehr unangenehm werden. Und obwohl ein Messie – im Gegensatz zu Mietnomaden, die Wohnungen und Häuser nicht nur zumüllen und verwüsten, sondern auch ihre Miete nicht zahlen – niemandem schaden möchte, werden Messie- Wohnungen oft zu Ärgernissen von Nachbarn und Vermietern. Nicht selten gehen von diesen Mietwohnungen unangenehme Gerüche aus und auch Ungeziefer findet sich ein. Um Betroffene vor der kompletten Verwahrlosung zu bewahren, gilt es, diesen Menschen rechtzeitig Hilfe anzubieten und die Wohnung oder das Haus wieder in Ordnung zu bringen.

In folgendem Beitrag zeigen wir auf, woran Sie erkennen können, ob jemand unter einem Messie-Syndrom leidet und wie konkrete Hilfe aussehen könnte. Außerdem erfahren Sie, ob Sie selbst dazu neigen, ein Messie zu sein.

Messie-Wohnungen: Woran erkennt man sie?

Da vom Messie-Syndrom sehr häufig einsame und ältere Menschen betroffen sind, fällt die Messie-Wohnung erst spät auf. Oftmals bemerken Nachbarn oder Angehörige das Chaos erst, wenn man davon schon etwas durch die Fenster oder die offenstehende Tür sehen kann. In besonders schweren Fällen sind die Wohnungen so zugestellt, dass nur noch kleine Gänge zur Verfügung stehen und zum Leben kaum mehr Platz bleibt.

Entgegen der Darstellung in den Medien, sind Messies nicht automatisch ungepflegt oder unsauber. Allerdings führen die gesammelten Dinge mit der Zeit dazu, dass die Reinigung der Räume und im schlimmsten Fall auch die Körperpflege der Betroffenen kaum mehr möglich sind. Hinzu kommt, dass Messies oftmals mit den täglichen Aufgaben im Haushalt total überfordert sind, sodass sich nicht selten Ungeziefer wie Schaben und Mäuse einfinden. Die extremste Form des dieser psychischen Störung wird von Fachleuten auch Vermüllungs-Syndrom genannt. Betroffene vernachlässigen hierbei die häusliche und körperliche Hygiene zunehmend, sammeln unter anderem auch Müll, gefährden damit ihre eigene Gesundheit und sacken immer mehr in die komplette Verwahrlosung ab. Wenn solche Menschen sich selbst nicht Hilfe suchen können, müssen sie von außen Unterstützung bekommen. Mit den steigenden Zahlen von psychischen Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen, steigt auch die Anzahl von Messies in Deutschland (Messie-Syndrom ist oft ein Ausdruck einer psychischen Erkrankung), sodass Selbsthilfegruppen von 1,8 Millionen Messies in Deutschland ausgehen. Die Dunkelziffer ist sicher noch höher.

Erkennen können Sie einen Messie auch daran, dass der Betroffene trotz eines einsamen Lebens niemanden in seine Mietwohnung oder sein Haus lassen möchte.

Gründe für das Messie-Syndrom

Wie bereits erwähnt, entwickelt sich diese Störung nicht von heute auf morgen. Oft kommt es bei den Betroffenen zu wiederkehrenden Gedankenkreisen, aus denen sie aus eigener Kraft nicht ausbrechen können. Häufige Grunderkrankungen, die zu einem Messie-Syndrom führen sind Depressionen, Demenz aber auch Suchterkrankungen. Und auch Menschen, die plötzlich von Arbeitslosigkeit betroffen sind oder einen Partner verloren haben, entwickeln ein Messie-Syndrom. Experten beschreiben, dass das äußere Chaos der Betroffenen die innere Gefühlswelt widerspiegelt. Es ist nicht so, dass diese psychische Störung zu Einsamkeit führt, sondern die Einsamkeit diese auslöst. Diese Menschen leiden häufig unter starken Verlustängsten und es fällt ihnen unheimlich schwer, Dinge loszulassen. Auch Traumas, die in der Kindheit erlitten wurden, können eine Ursache sein.

Sind Sie ein Messie? Machen Sie den Selbsttest

Nicht alle Menschen, die intensiven Sammelleidenschaften nachgehen sind Messies. Darum sprechen Ärzte und Therapeuten hier auch eher vom Horten als vom Sammeln.

Um auf Nummer sicher zu gehen, beantworten Sie sich selbst einfach untenstehende Fragen:

  • Wie sieht Ihre Wohnung in Bezug auf Sauberkeit aus?
  • Räumen Sie regelmäßig auf? Wann zum letzten Mal?
  • Putzen Sie regelmäßig? Wann zum letzten Mal?
  • Finden Sie gesuchte Gegenstände gleich oder dauert es länger?
  • Wird Ihre Ordnung und Sauberkeit von Besuchern kritisiert?
  • Können Sie alle Zimmer nutzen, oder ist mindestens eines voller Gegenstände und nicht begehbar?
  • Fällt es Ihnen schwer, Dinge wegzuwerfen?
  • Haben Sie gerne Besuch in Ihrer Wohnung?
  • Schämen Sie sich davor, andere in Ihre Wohnung zu lassen?
  • Würden Sie gerne mehr aufräumen und putzen, haben aber keine Kraft dafür?

Fällt der größte Teil der Antworten negativ auf, könnten das die ersten Anzeichen einer Messie-Syndroms sein und Sie sollten darüber nachdenken, sich Hilfe zu holen.

Wie reagiert man als Vermieter auf eine Messiewohnung?

Vermieter sind oft die letzten, die von einer Messiewohnung erfahren. In der Regel werden Sie von Nachbarn darauf hingewiesen, wenn diese den Müll, unangenehme Gerüche oder Ungeziefer wahrnehmen. Und das bedeutet dann oft, dass die Messiewohnung bereits in einem sehr schlechten Zustand ist und der Mieter hier eindeutig gegen den Nutzungsvertrag für die Wohnung verstößt.

Die Rechtsprechung zur Nutzung einer Wohnung

Nach deutschem Recht sind die Wohnung bzw. das persönliche Zuhause einem besonderen Schutz unterstellt. Grundsätzlich bestimmt also jeder Mieter selbst, wie viele Gegenstände er in seiner Mietwohnung aufbewahrt. Probleme gibt es erst, wenn der Zugang in die Wohnung und zu den lebensnotwendigen Installationen und Leitungen nicht mehr gewährt ist. Ein Mieter hat nämlich nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Dazu gehört ein pfleglicher Umgang mit der Mietwohnung, eine sogenannte Obhutspflicht, wozu eine regelmäßige Reinigung und das Lüften zählen. Hält sich ein Messie nicht an diese Pflichten, ermächtigt das den Vermieter, rechtlich gegen so einen Mieter vorzugehen. So kann es zur Kündigung des Mietverhältnisses und in extremen Fällen sogar zu behördlichen Räumungen kommen. Zwar hat der Vermieter sich hierbei an bestimmte Verfahrensweisen, wie eine Abmahnung des Mieters mit Fristsetzung zur Beseitigung des Mülls zu halten. Doch diese Maßnahmen nehmen die Betroffenen selten richtig war, da ihre Erkrankung ihnen hier im Wege steht.

Auch wenn das wirtschaftliche Interesse des Vermieters bzw. Immobilienbesitzers verständlich ist, sollte man sich als solcher der Möglichkeit einer vorliegenden Erkrankung bewusst sein. Hier ist es ratsam das Gespräch mit dem Betroffenen suchen. So hat man zumindest die Möglichkeit, weiteren Schaden im Vorfeld abzuwenden. Dem Betroffenen Hilfe kann angeboten oder auch im familiären Umfeld um Unterstützung gebeten werden. Zudem können sich Vermieter auch an das Gesundheitsamt wenden. Dieses verfügt über einen psychologischen Dienst, der dem Betroffenen Hilfe leisten kann. Ebenfalls ist es möglich, bei fehlenden Verwandten oder anderen Ansprechpartnern einen Betreuer für Messies zu beantragen. Dieser fungiert sofort nach seiner Bestellung als Ansprechpartner und kann alle weiteren notwendigen Schritte schnell in die Wege leiten.

Messie-Wohnung: Professionelle Entrümpelung

Die Entrümpelung einer Messie-Wohnung kann natürlich in Eigenregie erfolgen. Vorausgesetzt es stehen genügend Helfer zur Verfügung. Schwierig wird es dann oft, den ganzen Müll aus der Wohnung fachgerecht zu entsorgen. Um besser planen zu können, empfiehlt sich die vorherige Begehung der Messi-Wohnung bzw. des Hauses, um festzustellen, welche Mengen und Arten von Müll anfallen und ob es Gefahrenquellen wie defekte Möbel, scharfe bzw. spitze Gegenstände und gesundheitsgefährdende Verschmutzungen gibt.

Der nächste Schritt ist die Planung der Aktion, wobei nicht nur der Ablauf sondern auch die Fragen nach den Kosten für Container, Schutzkleidung, Versorgung der Helfer und die Entsorgung zu klären sind.

Für Laien ist es kaum möglich, die genauen Kosten, die notwendige Zeit und unvorhersehbare Risiken einer solchen Entrümpelung einzuschätzen, weshalb es sich aus empfiehlt aus Gründen der Sicherheit und um unnötige Kosten und Risiken zu vermeiden, einen Profi mit der Entrümpelung einer Messi Wohnung zu beauftragen.

Entrümpelung Messie-Haushalt: Kosten, Ablauf & professionelle Hilfe

Die Kosten für die Entrümpelung einer Messie-Wohnung variieren stark, denn die Wohnungen sehen immer unterschiedlich aus und sind mit verschiedenen Sorten von Abfall gefüllt. Weitere Faktoren, welche die Kosten beeinflussen sind:

  • der Zugang zur Wohnung
  • die Größe der Wohnung
  • Befall mit Ungeziefer und Schimmel
  • Zustand der baulichen Substanz
  • Containerstellflächen
  • Art und Umfang des Abfalls
  • Reinigungsarbeiten
  • zeitliche Rahmen
  • Aussortieren von Wertgegenständen oder Suche nach Dokumenten
  • Renovierungsarbeiten / Wiederherstellung der Nutzbarkeit der Wohnung

Messiewohnungen sehen nie gleich aus. Daher wird ein seriöses Entrümpelungsunternehmen Ihnen immer eine kostenlose Besichtigung der Wohnung anbieten, bevor es eine Preiskalkulation vornimmt und Ihnen ein Angebot mit Zeit- und Kostenaufwand überreicht.

Die Entrümpelung einer Messiewohnung umfasst in der Regel nicht nur die Räumung und Entsorgung des Mülls, sondern auch einen größeren Aufwand ein Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten. Daher können bei einer 50 m² Wohnung durchaus Kosten von 1.500 – 2.000 € zusammenkommen.

Wer übernimmt die Kosten für Räumung und Reinigung?

Die Mieter der Wohnung ist dem Vermieter gegenüber schadensersatzpflichtig. Allerdings sind diese oftmals durch die psychische Störung kaum für den Zustand der Wohnung verantwortlich zu machen, sodass sich das Einklagen der Kosten schwierig gestalten kann. In vielen Fällen geben sich die Vermieter daher mit dem schnellen Auszug des Messies zufrieden und übernehmen die Kosten für Räumung und Reinigung der Wohnung selbst, um diese so schnell wie möglich weiter vermieten zu können.

Messie-Wohnung reinigen: Was gehört dazu?

Anders als bei normalen Wohnungsauflösungen und Entrümpelungen ist der Aufwand bei Messie Wohnungen deutlich höher. Diese sind oft so zugemüllt, dass ein normaler Hausputz unmöglich ist und nach der Entrümpelung nicht nur eine Grundreinigung sondern weitere Maßnahmen notwendig sind wie:

  • Ungezieferbekämpfung
  • Geruchsneutralisation
  • Desinfektion

Daher fallen die Kosten beim Messie-Wohnung reinigen auch in der Regel um einiges höher aus. Welche Maßnahmen am Ende benötigt werden lässt sich jedoch häufig erst dann einschätzen, wenn der Müll ausgeräumt und Wände sowie Böden sichtbar sind.

Entrümpelung Messie-Haushalt: Der Ablauf

Haben Sie es als Vermieter mit einer Messie-Wohnung zu tun ist immer schnelles Handeln gefragt, um weiteren Schaden an Wohnung und Haus abzuwenden.

Wir als professionelles Entrümpelungsunternehmen stehen Vermietern und Betroffenen in einem solchen Fall zur Seite und unterstützen Sie bei der Entrümpelung und Sanierung der betroffenen Immobilien.

  1. Nach Kontaktaufnahme führen wie eine kostenlose Besichtigung durch und erstellen Ihnen ein Festpreisangebot. In diesem sind Dauer, Umfang und sämtliche Kosten der Entrümpelung enthalten.
  2. Erfolgt die Auftragserteilung, stellen wir die entsprechenden Container, kümmern uns um Aufstellungsgenehmigungen und beginnen mit der Räumung.
  3. Danach erfolgt die Entsorgung des Abfalls
  4. Am Ende erledigen wir die Reinigung.

Gerade in diesem Fall sind Diskretion, Rücksicht und ein professionelles Vorgehen für uns eine Selbstverständlichkeit. Für die Betroffenen ist es von Vorteil, wenn diese bei einer Entrümpelung nicht vor Ort sind. Unsere Kunden können nach der Beauftragung die Arbeit ganz uns überlassen und am Ende eine besenreine Wohnung übernehmen.

FAQ – Häufige Fragen und Antworten 

Wie wird man zum Messie?

Die Ursachen für diese psychische Störung sind unglaublich vielfältig. Dazu gehört zum Beispiel die Trennung vom Partner oder plötzliche Arbeitslosigkeit. Aber auch Einsamkeit und Alter sowie bestimmte Traumata werden als Ursachen genannt. Oft werfen starke seelische Verletzung oder schwere Schicksalsschläge die betroffenen Menschen aus der Bahn.

Wie hilft man Messis?

Einem Betroffenen im Haushalt zu helfen ist zwar gut gemeint, aber nicht der richtige Ansatz. Die Menschen empfinden dabei eher Scham und sind einer weiteren Belastung ausgesetzt. Eine psychotherapeutische Unterstützung oder der Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe ist eher angebracht. Allerdings muss der Betroffene dazu bereit sein.

Wie bekomme ich einen Betroffenen zum Aufräumen?

Messies leiden, wenn andere bei ihnen aufräumen. Daher sollte man eher Hilfe zur Selbsthilfe ist der anbieten in Form von Psychotherapie bzw. einer Selbsthilfegruppe. Dieses Menschen sind nicht einfach zu faul zum Aufräumen, sondern durch eine psychische Erkrankung nicht dazu in der Lage.

Was kann ich machen, wenn mein Nachbar ein Messi ist?

Als Nachbar kann man sich zuerst an die Hausverwaltung bzw. den Vermieter wenden und diesen eine Frist setzen, um Belästigungen wie Gerüche zu beseitigen. Dieser muss sich dann darum kümmern. Sie müssen sich also selbst nicht mit ihrem Nachbarn auseinandersetzen.

Was kann ich tun, um einem Messi zu helfen?

Die beste Hilfe ist es, Unterstützung zur Selbsthilfe anzubieten. Sie können Betroffene mit Informationen und Kontaktdaten versorgen und Angehörige mit in die Hilfe einbinden.